Erbrecht

Das Erbrecht ist ein wesentlicher Teil der finanziellen Lebensplanung. Es wirft zahlreiche Fragen auf:


Wer erbt wie viel?

Die gesetzliche Erbfolge (wenn kein Testament vorhanden ist) sieht vor, dass die Kinder und die/der überlebende EhepartnerIn je die Hälfte erben. Will ein Ehepaar, dass die Kinder erst nach dem Tode beider Eltern alles erben, so können sie sich mit einem gegenseitigen Testament begünstigen und die Kinder auf den Pflichtteil setzen.

Kein Erbrecht im Konkubinat:

Bei KonkubinatspartnerInnen gibt es auch nach jahrzehntelangem Zusammenleben kein gesetzliches Erbrecht. Deswegen ist es wichtig, durch Testamente vorzusorgen (PartnerIn als ErbIn einsetzen, Wohn- oder Nutzungsrechte einräumen).

Strenge Vorschriften:

Im Erbrecht gelten strenge Vorschriften. Lassen Sie sich bei der Errichtung eines Testamentes fachlich beraten oder geben Sie Ihr selbst verfasstes Testament einer Fachperson zur Überprüfung. (Anwältin/Anwalt, siehe auch Rechtsberatung oder Adressen Landgericht).

Der wichtigste Tipp an junge Frauen:

Das liechtensteinische Recht sieht im Todesfall vor der Erbteilung keine vermögensrechtliche Auseinandersetzung vor. Das bedeutet, die gesamte Hinterlassenschaft kommt in die Erbmasse. Während bei einer Scheidung der Zugewinn zu teilen ist, sieht das Erbrecht dies nicht vor. Schon allein deswegen ist es sehr wichtig, dass beide von Beginn an am Vermögensaufbau beteiligt sind: Beide Partnerinnen sind gemeinsam Eigentümer von Liegenschaften, Inhaber von Sparkonten und Aktiendepots (Zeichnungsrecht genügt nicht!).

Besonders wenn einem Ehepartner in jungen Jahren etwas zustösst und kleine Kinder da sind, ist es wichtig, dass die/der PartnerIn in Bezug auf das Vermögen handlungsfähig bleibt. Deswegen sind die Besitzverhältnisse und der Nachlass entsprechend zu regeln. (Erben zum Beispiel die minderjährigen Kinder, wirkt bei allen bedeutenden Geschäften das Vormundschaftsgericht mit.)

Von Anfang an für Durchblick sorgen:

Die Eheleute haben gemäss Eherecht untereinander eine Auskunftspflicht (z. B. über Einkommen, Schulden, Vermögen usw.). Die Auskunftspflicht kann übrigens sogar gerichtlich durchgesetzt werden. Auf jeden Fall empfiehlt sich, die Steuererklärung genau zu studieren, davon und von weiteren Unterlagen (z. B. Kontoauszüge, Versicherungspolicen) regelmässig Kopien anzufertigen und abzulegen.

 

Quiz zum Erbrecht

Wie fit sind Sie in Fragen des Erbrechts? Testen Sie mit diesem Quiz Ihr Wissen.

Weitere Infos:


Vortragsskript von Dr. Marie-Theres Frick vom April 2013

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